Malerei ist ein Entdeckungsprozess und ein Dialog zwischen mir und der äußeren Welt. Ich arbeite von der direkten Beobachtung. Räumliche Beziehungen, Farbkontraste und die Erzeugung eines Eindrucks von Licht in meinen Bildern durch Farbe bilden das Kernstück meiner Arbeit. Ich erfinde nie eine Farbe, sondern beobachte sie sorgfältig in der Natur um sie dann zu verstärken. Meine Bilder feiern die natürliche Schönheit, die uns umgibt und die Freude an der Schönheit von alltäglichen Dingen. Wenn wir aufhören die Großartigkeit zu bemerken, die unsere Welt uns zu bieten hat, wenn sie uns nicht mehr nachdenklich stimmt, dann haben wir unsere Menschlichkeit verloren.
~ Shoshanna Ahart

 

Biographie

Die in Illinois aufgewachsene Künstlerin Shoshanna Ahart besuchte das Marietta College in Ohio, wo sie als Meisterschülerin graduierte. Außerdem studierte sie Theater im Nebenfach. Nachdem für einige Jahre als Illustratorin gearbeitet hatte, zog sie nach Washington, DC to um dort Malerei an der American University zu studieren. Nachdem sie 1990 ihren Master of Fine Arts in Malerei erhalten hatte, den höchsten Hochschulabschluss, der in den USA in den bildenden Künsten möglich ist, eröffnete sie ihr Atelier in Georgetown. Während ihrer Zeit in Washington hat Ahart sowohl Malerei als auch Zeichnung unterrichtet und wurde als Gastrednerin für Kunst von mehreren namhaften Institutionen eingeladen, einschließlich dem National Building Museum in Washington, DC. Darüber hinaus arbeitete sie als grafische Designerin und Illustratorin und - auf ihre Theaterausbildung zurückgreifend - als freischaffende Requisitendesignerin für Produktionen in Illinois und Washington, DC. Im September 2003 hat Shoshanna Washington verlassen und lebt seitdem in Süddeutschland. Seit 2006 ist sie Dozentin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, wo sie Malerei und Farbtheorie unterrichtet.

 

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Methode und Technik

Die Arbeit von der direkten Beobachtung war schon immer Shoshanna Aharts bevorzugte Arbeitsweise, sei es im Atelier oder im Freien. Seit über 20 Jahren ist ihr bevorzugtes Motiv historische Architektur. Immer versucht sie die Ausstrahlung eines Ortes einzufangen. „Plätze sind wie Personen“, sagt Ahart, „jeder hat seinen eigenen, einzigartigen Charakter.“ Seit ihrem Umzug nach Deutschland wurde die Faszination Aharts für die Landschaft und die Natur, die die Architektur in ihrer Gegend umgibt, immer stärker. In ihren neuen Arbeiten dringen pflanzliche Formen in die geometrischen Elemente ihrer architektonischen Szenerien ein. Manchmal gewinnt die Landschaft sogar die Oberhand oder ersetzt die Architektur als Thema vollständig. Als Plein Air Malerin arbeitet Ahart in Blöcken von 4 Stunden und kehrt über den Zeitraum von einigen Tagen immer wieder an denselben Ort zurück, um eine gewisse Lichtsituation und Stimmung einzufangen. Ein Bild mittlerer Größe braucht ungefähr 16 Stunden bis zur Fertigstellung. Wenn die Wettersituation die Arbeit im Freien nicht erlaubt, baut sie Stillleben in ihrem Atelier auf, die aus einer Kombination von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Gegenständen bestehen.

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Ausgebildet als Ölmalerin begann Ahart 1992 auf den Rat ihres Mentors und international anerkannten Künstlers Wayne Thiebaud in Pastell zu arbeiten. Pastell hat nun Ölfarbe als ihr bevorzugtes Medium ersetzt. Ahart verwendet hauptsächlich weiche Pastelle der Firma Schminke auf schwerem Pastellpapier mit rauer Oberfläche. Dabei trägt sie das Pigment in dicken Lagen auf und fixiert zwischen einzelnen Lagen, um komplexe Farbwirkungen zu erreichen. Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, wird eine letzte Schicht Fixativ aufgetragen.

Mit den Jahren hat sie eine einzigartige Pastelltechnik entwickelt, die ihrer Arbeit eine malerische Qualität verleiht. „Oft werden die Arbeiten für Ölbilder gehalten, aber sie sind mit Pastellkreide gemalt.“ sagt Ahart „Ich nenne sie Pastellmalereien, weil ich male, egal welches Medium - Ölfarbe, Aquarell, Pastell - ich verwende. Ich wurde als Malerin ausgebildet…und so gehe ich auch an meine Arbeit heran.“

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